Casa Efigenia: Wo gegessen wird, was auf den Tisch kommt

Casa Efigelia

An unserem letzten Tag auf La Gomera beschlossen wir nur eine kleine Wanderung zu machen. Der Wanderführer wurde aufgeschlagen und spontan gefiel uns eine kurze Route durch den berühmten Nebelwald. Nach der Hälfte des Weges sollte es ein Restaurant namens Casa Efigenia unter Eukalyptusbäumen geben. Also machten wir uns auf den Weg durch den märchenhaften Lorbeerwald, der wie so oft von dicken Nebelschwaden durchzogen war. Eine Mischung aus sattem grün und trüben grau untermalt vom fröhlichen Vogelgezwitscher. Der Weg führte uns in ein kleines Dorf, leider ohne jegliches Zeichen von Eukalyptusbäumen. Ich liebe diese Insel, aber ein Problem gibt es: Meine fast komplett umvorhandenen Spanischkenntnisse. Trotzdem fragten wir ein älteres Pärchen nach dem Weg und bekamen prompt die lächelnde Antwort: Aaaah si Efigenia!

Gleich nach betreten des kleinen Gastraumes fiel der Blick auf die vielen liebevollen Kleinigkeiten: Bananenküchlein unter einer Glosche, selbst gemachte Soßen in Einweckgläsen und ein kleiner Innenhof vollgestellt mit Pflanzenkübeln. Wir wurden auf die Terrasse dirigiert und fragten nach der Karte.

Dies wurde leider nur mit einem verwirrten Gesichtsausdruck beantwortet. Langsam kam Enttäuschung bei uns auf, da es anscheinend nichts zu essen geben sollte, doch da wurde auf einmal ein volles Tablett neben uns abgestellt. Es gab Gemüseeintopf, Salat und Erdnusspaste in riesigen Schüsseln. Während wir dann auch noch den für La Gomera typischen Pudding genossen wurde uns klar, dass bei Efigenia einfach gegessen wird, was auf den Tisch kommt und das lohnt sich auf jeden Fall!

Als es dann an der Zeit war weiter zu gehen trafen wir die alte und dünne Efigenia im Gastraum. Sie ist einer von diesen Menschen, dessen Alter man fast unmöglich schätzen kann. Sie wirkt einerseits zerbrechlich und andererseits so wach, als würde sie mehr über dich wissen, als du denkst. Mit einem gutmütigen Lächeln kam sie auf mich zu und reichte mir eine kleine Tüte mit Rosinen und Erdnüssen. Dabei legte sie mir eine Hand auf die Schulter und redete beruhigend auf mich ein. Obwohl ich kein Wort verstand war ich seltsam gerührt und als  unsere Gastgeberin am Abend sagte, dass wir vielleicht einige der letzten gewesen sind, die Efigenia getroffen haben, wünschte ich mir so sehr zu wissen, was sie mir wohl mit auf den Weg gegeben hatte.


Casa Efigelia
Casa Efigelia
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