Enttäuscht von der Stadt der Liebe

Paris
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Voller Erwartungen stiegen ich und meine beste Freundin in Paris aus dem Zug. Paris, das bedeutet Romantik, gutes Essen und Träumereien. Unser Apartment lag in Montmartre und so machten wir uns vom Gare du Nord zu Fuß auf den Weg.
Nach kurzer Zeit sahen wir uns verwirrt um. Anstatt der erwarteten kleinen Boutiquen und Boulangerien waren wir von arabischen Hochzeits- und Handyläden umgeben. Ein paar Meter weiter bogen wir in eine Seitenstraße ab und bemerkten auf einmal ein mulmiges Gefühl im Bauch. Die Ursache war schnell gefunden: Wir waren die einzigen hellhäutigen zwischen den Afroamerikanern, die hier Obst, Gemüse und frisches Fleisch auf der Straße verkauften. Langsam wurden die Zweifel, ob wir uns wirklich am richtigen Ort befanden immer größer, doch mein Handy führte uns zu einer großen Tür zwischen den “best African Restaurant” und einem Friseur.
Zwischenfrage: Kennt ihr 96 Hours? Dieser Film in dem 2 Mädchen in ihrem Urlaub nach Paris entführt werden? Sie haben in einer Wohnung mit einer großen blauen Tür gewohnt und genau vor so einer standen wir gerade. Ok ich weiß das ist ziemlich übertrieben, aber die Situation war wirklich so unwirklich, dass wir nur noch lachen konnten, um unsere Nervosität zu verstecken. Nach endlosen 10 Minuten tauchte dann unser Vermieter auf. Willkommen in unserer “friendly neighbourhood”, wie der dunkel gelockte Franzose es ausdrückt, “but be careful”…

Nach dem Geschleppe durchs steile Treppenhaus, in dem einem wirklich schwindelig werden konnte, machten wir uns auf den Weg zur Sacrecoeur. Natürlich mit einer Flasche Wein im Gepäck. Der Ausblick war atemberaubend und wir beschlossen Paris noch eine Chance zu geben.

Ab da verlief der Aufenthalt ganz gut: Den nächsten Morgen verbrachten wir größtenteils mit herumlaufen auf der Suche nach einem Flohmarkt, der sich als hübscher Antiquitätenmarkt herausstellte. Mittags ging es Richtung Champs-Elysee mit Stimmungaufhellern, wie Kekse und Pistazien. Abends haben wir in einem Laden unserer “fiendly neighbourhood” die Zutaten für einen Salat zusammengesammelt und haben auf Warnung unseres Vermieters und allgemeiner Müdigkeit auf weiter Abendaktivitäten verzichtet.
Der Dienstag bestand wieder größtenteils aus Laufen. Vor dem Eiffelturm zu sitzen mit der Sonne im Gesicht, Erdbeerwein und Oliven war einfach wunderbar. Als Erinnerung blieben ein Sonnenbrand und Übelkeit, weil Erdbeerwein und Oliven so gar nicht zusammen passen… In diesen kleinen Momente konnte man etwas von der erwarteten Magie der Stadt spüren, doch meistens wurde diese sofort wieder durch Gestank oder Unfreundlichkeit zerstört.

Im Nachhinein frage ich mich, ob es an uns lag. Ob wir die falschen Menschen angesprochen haben, die falschen Wege gegangen sind, aber ich kann leider nur sagen, dass der Funke nicht übergesprungen ist. Paris und ich wir werden einfach keine Freunde und schon gar kein Liebespaar.

Paris
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