Berlin – Abschied von meiner Hassliebe

Fernsehturm

Berliner Straßen

Oh Berlin, du bist Veggie-Döner, gemusterte Fliesen und Technomusik. Abbröckelnder Putz und Kristallkronleuchter. Michelin und Dürüm nebeneinander. Passt dich allem an und bleibst trotzdem wie du bist. Du bist so ehrlich und hast nicht auf mich gewartet. Nur wahrscheinlich war das zu ehrlich für mich.
Ich mag dich morgens am liebsten. So viele Pläne und Coffee to go. Vintagefahrräder bei Sonnenaufgang und platzende Ubahnen in dunklen Tunneln. Jeder ist hier der Beste. Zumindest für sich selbst.

Wir sind alle kreativ nur haben trotzdem keine Lösung. Fliegen auf den eigenen Träumen knapp über dem Abgrund. Laufen und funktionieren. Bemerken den Staub und Schmutz durch unsere Hornbrillen nicht mehr. Wir alle sind sehr beschäftigt, haben irgendein Projekt, eine Präsi am Montag und retten am Dienstag die Welt. Berlin, du bist die Stadt der Träume und Hoffnung, nur scheinen sie abends nicht mehr ganz so hell.

Berliner Lichter

Du wirst erst wach wenn es dunkel wird. Pulsierst im Bass und wirfst Konfetti. Wirst bunt und laut und nur noch verschwommen. Bier vorm Späti und Wodka im Club. Viel Haut in alten Fabriken oder high Fashion über den Dächern. Man trägt hier mir-doch-egal mit ein wenig Glitzer. So viele Menschen auf der Suche nach Liebe. Doch selbst der Glitzer sieht morgens auf der Straße nur noch traurig aus. Kann nicht schlafen und du schweigst mich an.

Ich liebe deine Vielfalt, doch war selten so allein. Hab nirgendwo so viele Lieblingsorte und gleichzeitig schlechte Erinnerungen. Jetzt heißt es Abschied nehmen von dir, meiner Hassliebe. Ich kann es kaum erwarten dich wieder zu sehen.

Oranienstraße

(1) Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. “Ich liebe deine Vielfalt, doch war selten so allein.”
    Ich kann das SO gut verstehen. Überhaupt: Ein schöner Text, schöne Bilder, ich mag deinen Blog. Bist du noch hier?

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